Chanukkah – Fest des Lichts in dunkler Zeit

Chanukkah – Fest des Lichts in dunkler Zeit

Chanukkah 5781 in der ehem. Synagoge

Ottensoos – Das Chanukkah Fest war ein jährlich gefeiertes Fest in der damaligen jüdischen Gemeinde von Ottensoos. Sandra Losch vom Freudeskreis Ehemalige Synagoge Ottensoos und selbst jüdischen Glaubens, erläuterte die Bedeutung des Festes und entzündete eine Chanukkiah. Begleitet wurde sie musikalisch von Veronika und Harald Lasser. Bedingt durch die Corona-Pandemie wurde das Lichterfest aufgezeichnet und steht als Video zur Verfügung.

Sandra Losch zeigte sich erfreut, dass großes Interesse seitens vieler Ottensooser Bürger an jüdischen Festen und Traditionen spürbar sei.  Man könne heute gemeinsam feiern und solle Unterschiede nicht als trennend, sondern als Bereicherung empfinden.

Losch erläuterte eingangs den historischen Hintergrund des Festes. Die Juden hatten nach langer Gefangenschaft und Unterdrückung unter der Führung des Judas Makkabäus den Tempel zurückerobert. Chanukkah bedeutet „Einweihung“. Noch ein einziges Ölfläschchen fanden die Juden in ihrem Tempel. Sie zündeten das Öl an und haben Reiter losgeschickt um Öl zu besorgen. Nach acht Tagen kamen die Reiter wieder. Solange hat das Öl in der kleinen Lampe gereicht und Licht gegeben – das ist das Wunder von Chanukkah.

Fest des Lichts in dunkler Zeit

Chanukkah ist ein Lichter- und Freudenfest, an dem an acht Tagen jeden Tag ein neues Licht entzündet wird, um jeden Tag mehr strahlende Helligkeit und Lichterglanz zu haben. Es ist Brauch den Chanukkahleuchter ins Fenster zu stellen, um das Licht mit aller Welt zu teilen. Mit Hilfe einer neunten Kerze, dem Schammasch (Diener) wird jeden Tag ein Licht mehr angezündet. Alles erinnert in diesen Tagen an das Wunder von Chanukkah, sogar das Gebäck. Es gibt Sufganiot und Latkes, was in Öl hergestellt wird. Es ist mit Krapfen und Kartoffelpuffern vergleichbar. An Chanukkah wird gespielt, gesungen und fröhlich gefeiert als Ausdruck der Freude, dass das Gute gesiegt und die Freiheit gewonnen hat und das Licht stärker war als die Finsternis.

Sandra Losch sang routiniert die Segenssprüche und entzündete mit dem Schammasch die Kerzen. Veronika und Harald Lasser begleiteten mit dem berühmten Chanukkah-Lied „Maos Zur“ gefühlvoll und das Licht erleuchtete eindrucksvoll die ehemalige Synagoge. Das Licht ist das wichtigste Zeichen und vertreibt jede Finsternis. Licht wird als Symbol entzündet, dass jeder Mensch Licht in seinem Leben haben soll. Zum Abschluss wurde das Lied „Hava Narima“, nach der Melodie von Georg Friedrich Händel gesungen, das Christen als „Tochter Zion, freue dich“ in der Adventszeit kennen.

Das Video kann auf dem YouTube-Kanal angesehen werden: https://youtu.be/KELXnzE9Ei0 (derzeit deaktiviert).

Veronika und Harald Lasser und Sandra Losch beim Entzünden der Kerzen

Chanukkiah, die die ehemalige Synagoge erhellt

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